Projekt · UAV-Airbag

Selbstaufblasender Airbag für ein 75-kg-UAV

Ein selbstaufblasender Airbag für ein 75-kg-UAV füllt ein sehr großes Volumen deutlich schneller als herkömmliche Systeme – synchron zum Sinkflug am Fallschirm, ohne Druckgas oder Pumpe.

Gelandetes Starrflügel-UAV auf seinem aufgeblasenen Airbag in einer Wüstenlandschaft

Die Aufgabe

Ein zuverlässiges Bergungssystem für UAVs muss sichere Landungen mit minimalen Aufprallkräften gewährleisten. Bei einem 75 Kilogramm schweren UAV bestand die größte Herausforderung darin, ein sehr großes Airbag-Volumen in kürzester Zeit zu füllen. Das Aufblasen musste exakt auf die Sinkphase nach dem Öffnen des Fallschirms abgestimmt sein – jede Verzögerung hätte den Schutz beim Aufprall gefährdet. Gefordert war daher eine leichte, kompakte und extrem schnelle Lösung.

Bewährtes Prinzip der Selbstbefüllung

APCO übertrug die Technik von Airbags in Gleitschirm-Gurtzeugen, die sich seit Jahrzehnten als zuverlässig erwiesen haben. Diese Systeme blasen sich selbst auf, indem sie Luft direkt aus der umgebenden Strömung beziehen; schwere Druckgasflaschen oder Pumpen entfallen.

Freigestelltes schwarzes Airbag-Element eines Gurtzeugs mit zwei Aufhängeschlaufen; Pfeile markieren die Einlassöffnung an der Unterseite
Lufteinlass eines selbstbefüllenden Gurtzeug-Airbags
Freigestelltes Gleitschirm-Gurtzeug mit lindgrüner Sitzfläche, darunter das abgenommene schwarze Airbag-Element

Interner Mast mit Ducted Fin

Der UAV-Airbag besitzt einen internen Mast, der sich wegen seines geringen Volumens fast sofort aufbläst. Im Mast sitzt ein Ducted Fin, der die Luftströmung in Gang setzt und einen stabilen Weg für das schnelle Aufblasen schafft.

Starrflügel-UAV im Sinkflug mit gefülltem Airbag unter dem Rumpf vor blauem Himmel
Airbags

Ram-Air-unterstütztes Aufblasen

Sobald der Mast unter Druck steht, lenkt er die Strömung in einen nach vorn gerichteten Ram-Air-Einlass. Während das UAV am Fallschirm sinkt, drückt der Fahrtwind in diesen Einlass und füllt den Airbag rasch auf volle Größe. Diese zweistufige Abfolge – Ducted Fin und Ram-Air-Einlass – erreicht die vollständige Füllung deutlich schneller als herkömmliche Systeme.

Airbag-Fach an der Unterseite eines UAV-Rumpfs mit roter Sicherungsfahne

Ergebnisse

  • Schnelle Auslösung: Das Aufblasen ist mit dem Sinkprofil des UAV am Fallschirm synchronisiert.
  • Leicht und kompakt: keine schweren Bauteile, dadurch geringere Belastung von Batterie und Nutzlast.
  • Bewährte Zuverlässigkeit: aufgebaut auf jahrzehntelanger Erfahrung mit Gleitschirm-Airbags, validiert in Tausenden Aufprall-Ereignissen.
  • Kontrolliertes Entlüften: eigens ausgelegte Ventile lassen beim Aufsetzen Luft ab, verhindern Schäden und nehmen Energie für eine weichere Landung auf.

Tests und Validierung

Umfangreiche Falltests und echte UAV-Bergungen bestätigten Füllgeschwindigkeit, Haltbarkeit und aufprallmindernde Wirkung des Systems. Mit Beschleunigungs- und Kraftmessungen wurden Größe und Anordnung der Auslassöffnungen optimiert. Die Ergebnisse zeigten durchgehend sichere Landungen, die empfindliche Avionik und Strukturbauteile schützten und eine einsatzbereite Bergung sicherstellten.

Quelle: apcodefense.com (APCO Aviation), Stand 25.09.2026.

Häufige Fragen

Technisch nachgefragt.

Wie bläst sich der UAV-Airbag ohne Gas oder Pumpe auf?

Der Airbag beruht auf bewährter Technik von Gleitschirm-Airbags und bezieht die Luft während des Sinkflugs direkt aus der umgebenden Strömung. Druckgasflaschen, Pumpen oder pyrotechnische Gasgeneratoren sind nicht nötig. Zuerst füllt sich ein interner Mast mit Ducted Fin, danach füllt der Fahrtwind über einen Ram-Air-Einlass den ganzen Airbag.

Wozu dienen der interne Mast und der Ducted Fin?

Der interne Mast bläst sich wegen seines kleinen Volumens zuerst und fast sofort auf. Der Ducted Fin im Mast setzt die Luftströmung in Gang und schafft einen stabilen, effizienten Weg für das schnelle Aufblasen. Anschließend lenkt der Mast die Strömung in den nach vorn gerichteten Ram-Air-Einlass des Airbags.

Für welche UAV-Größe ist der Airbag ausgelegt und wie wurde er getestet?

Das System ist gezielt für UAVs mit bis zu 75 Kilogramm ausgelegt und nimmt beim Landen Energie auf, um die Struktur zu schützen. Umfangreiche Falltests und echte UAV-Bergungen bestätigten Füllgeschwindigkeit, Haltbarkeit und Minderung der Aufprallkräfte. Beschleunigungs- und Kraftmessungen dienten zur Optimierung der Auslassöffnungen.

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