Plattform · High Altitude Low Opening

HALO: Absprung aus großer Höhe

High Altitude Low Opening heißt: lange schnell fallen, spät öffnen — das verlangt eine zwei- oder dreistufige Auslösefolge.

Strichzeichnung einer Last, die aus großer Höhe über der Erdkrümmung an einem Fallschirm sinkt

Stufe eins: stabilisieren

Die zwei- oder dreistufige Auslösefolge sorgt für präzise Kontrolle bei schnellen und riskanten Abstiegen. Der erste Schirm, häufig ein Bremsschirm, richtet die Plattform aus und nimmt überschüssige Geschwindigkeit heraus. Er arbeitet bei hoher Fluggeschwindigkeit und bringt die Plattform bis zur minimal sicheren Öffnungshöhe des Hauptschirms — genau das ist das Kennzeichen des Low-Opening-Profils. Danach folgt entweder eine weitere Stabilisierungsstufe oder direkt der Hauptschirm.

Stufe zwei: kontrolliert fallen

Der schnelle Abstieg bringt einen raschen Höhenverlust bei minimalem Versatz — ein wesentlicher Vorteil in Verteidigungs- und taktischen Einsätzen, bei denen punktgenaue Landung entscheidend ist. Richtungsstabilität und Kontrolle der Sinkgeschwindigkeit sorgen dafür, dass der Hauptschirm auch auf der niedrigsten betrieblich möglichen Höhe gleichmäßig öffnet.

Öffnung des Hauptschirms

Der Hauptschirm wird in geringer Höhe entweder vom Bremsschirm oder von einem sekundären Stabilisierungsschirm ausgezogen. Je nach Öffnungsgeschwindigkeit und zulässiger G-Last kommen Reefing-Leinen oder Slider hinzu, die den Öffnungsstoß begrenzen und die Unversehrtheit der Nutzlast schützen.

Was den Übergang steuert

Die Stufen werden über Sensorik ausgelöst: barometrische Höhensensoren oder Sinkratensensoren, die die abnehmende Vertikalgeschwindigkeit bei steigendem Luftdruck erkennen. Die Geschwindigkeitsmessung kombiniert statischen und dynamischen Druck über Pitotrohre nach dem Prinzip von Bernoulli. Der mechanische Wechsel läuft über präzise Auslösemechanismen oder pyrotechnische beziehungsweise druckbetätigte Leinenschneider wie Cypres®-Leinenschneider, die auch unter extremen Bedingungen zuverlässig arbeiten.

Einsatzgebiete

H.A.L.O.-Systeme sind bei Spezialkräfte-Operationen, bei der UAV-Bergung in großer Höhe und bei verdeckten Versorgungsmissionen verbreitet. Leichte, packvolumenarme und leistungsfähige Fallschirmlösungen verringern dort das Entdeckungsrisiko und erhöhen die Erfolgsquote der Mission.

Produkte
VerzögerungsfallschirmeRam-Air-FallschirmeUltraleicht & kleines Packvolumen
Umgebungen
Geringe Luftdichte

Quelle: apcodefense.com (APCO Aviation), Stand 25.09.2026.

Häufige Fragen

Technisch nachgefragt.

Warum brauchen H.A.L.O.-Systeme mehrere Auslösestufen?

Weil der Hauptschirm erst auf minimaler Höhe öffnen soll. Der erste Schirm, häufig ein Bremsschirm, richtet die Plattform aus und nimmt überschüssige Geschwindigkeit heraus, bis die minimal sichere Öffnungshöhe erreicht ist. Danach folgt entweder eine weitere Stabilisierungsstufe oder direkt der Hauptschirm.

Was steuert den Übergang zwischen den Stufen?

Sensorik: barometrische Höhensensoren oder Sinkratensensoren, die die abnehmende Vertikalgeschwindigkeit bei steigendem Luftdruck erkennen. Die Geschwindigkeitsmessung kombiniert statischen und dynamischen Druck über Pitotrohre. Der mechanische Wechsel läuft über präzise Auslösemechanismen oder pyrotechnische beziehungsweise druckbetätigte Leinenschneider wie Cypres®. Je nach Öffnungsgeschwindigkeit und zulässiger G-Last begrenzen Reefing-Leinen oder Slider den Öffnungsstoß.

Wo werden H.A.L.O.-Systeme eingesetzt?

Verbreitet sind sie bei Spezialkräfte-Operationen, bei der UAV-Bergung in großer Höhe und bei verdeckten Versorgungsmissionen. Dort verringern leichte, packvolumenarme und leistungsfähige Fallschirmlösungen das Entdeckungsrisiko und erhöhen die Erfolgsquote. Der Hauptschirm wird erst in geringer Höhe vom Bremsschirm oder von einem sekundären Stabilisierungsschirm ausgezogen; Reefing-Leinen oder Slider schützen dabei die Nutzlast.

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